11. November 2010
2. November 2010
November 2010
Die Süddeutsche Zeitung gedenkt einem der wenigen Berühmten seines Fachs: John F. Kennedys Redenschreiber Theodore Sorensen ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Er dichtete unter anderem die berühmten Worte: "Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann, sondern fragt, was ihr für euer Land tun könnt."
29. August 2010
August 2010
Zum 100. Geburtstag von Mutter Teresa sei hier an ihre Rede zur Verleihung des Friedensnobelpreises erinnert, in der die inzwischen umstrittene Armen-Helferin aus Albanien 1979 unmissverständlich deutlich machte: "Nach meiner Überzeugung ist der größte Zerstörer des Friedens die Abtreibung, denn sie ist ein direkter Krieg, ein direktes Töten, ein direkter Mord durch die Mutter selbst." Abtreibungen nannte sie an anderer Stelle "eine Perversion".
Trauerreden gehören zu den unangenehmen Pflichten politischer Repräsentanten. Die neue nordrhein-westfälische Ministerpräsidenten Hannelore Kraft meisterte ihre Aufgabe nach der Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten nach Ansicht von stern.de und Spiegel Online tadellos - sie "war die richtige Wahl". Die TV-Aufzeichnung ihrer siebenminütigen Ansprache hält YouTube vorrätig.
Juli 2010
"Wer wichtig ist, lässt andere formulieren." Die Nürnberger Nachrichten porträtieren den Berufsstand der Redenschreiber und beklagt die mangelnden Ausbildungsmöglichkeiten des Gewerbes.
Schönredner haben nach Ansicht der Süddeutschen Zeitung Hochsaison. "Eine Gesundheitsreform, die keine ist - und ein junger Mann mit Unschuldsmiene: wie FDP-Generalsekretär Christian Lindner die Beerdigung einiger Lieblingsprojekte der Liberalen positiv zu verkaufen versucht", beschreibt eine aktuelle politische Analyse.
Juni 2010
Die Süddeutsche Zeitung überschreibt ihr Doppelporträt der beiden Bewerber um das Amt des deutschen Bundespräsidenten mit "Der Sanfte und der Redner" und stellt darin Joachim Gaucks parteiübergreifend anerkannte rhetorische Qualitäten heraus.
"Professionelles Redenschreiben" heißt der bundesweit erste Zertifikatslehrgang, den die Weiterbildungsgesellschaft der IHK Bonn/Rhein-Sieg fortan gemeinsam mit der Akademie für Management-Kommunikation und Redenschreiben anbietet, so eine Pressemitteilung des Bonner Presseblogs.
Was könnte, was sollte die Bundeskanzlerin sagen, wenn sie einmal eine von Anfang bis Ende ehrliche Rede über Koalitionschaos und Euro-Krise zu halten bereit wäre? Das Süddeutsche Zeitung Magazin spielt Ghostwriter für Angela Merkel und weckt Sehnsüchte bei seinen Lesern.
BR-alpha hat den VRdS-Gründer Thilo von Trotha interviewt (Erstsendung: September 2008) und liefert auf seiner Webseite das Gespräch zum Nachlesen als PDF-Dokument sowie detaillierte Informationen zum Gesprächspartner.
Nicht nur Studenten, auch Professoren schreiben ab. Mit seiner Skandalchronik "Das Wissenschaftsplagiat" bricht Volker Rieble ein Tabu - und nennt schonungslos Professorenkollegen mit vollem Namen. Im Interview mit Spiegel Online erklärt der Münchner Jurist, warum die Unis strengere Regeln gegen Textklau brauchen.
Makabrer geht's kaum: Das Satiremagazin Titanic bietet Verteidigungsminister zu Guttenberg einen automatischen Redengenerator an - für die Trauerfeiern zu Ehren von in Afghanistan getöteten deutschen Soldaten.
Mai 2010
Die schlimmste Todsünde für einen Redenschreiber? Ein gelangweiltes Publikum, versteht sich. Der Wiener Standard lenkt den Blick auf die Finessen des Handwerks.
2. Mai 2010
Mai 2010
"Komiker" gilt im politischen Betrieb hierzulande als Schimpfwort - in den USA präsentiert sich der Präsident gern einmal jährlich als Alleinunterhalter, und Barack Obama überzeugte die prominenten Gäste mit seiner Rede beim Korrespondenten-Dinner in Washington, wie Spiegel Online notiert. Kostprobe: "Seit seinem ersten Auftritt beim Dinner der Journalisten-Elite vor einem Jahr habe es durchaus Enttäuschungen gegeben, berichtete der Präsident. So sehr habe er auf den Nobelpreis in Physik gehofft, sagte der Friedensnobelpreisträger. 'Aber hey - man kann sie nicht alle haben!' Überhaupt sei es immer auf und ab gegangen - mit Ausnahme seiner Umfragewerte. Die Witze des Abends würden diesmal von den Investmentbankern von Goldman Sachs gesponsert, scherzte Obama. 'Machen Sie sich keine Sorgen, die machen immer Geld - egal ob man lacht oder nicht.'"
11. April 2010
April 2010
Anlässlich der Enttarnung der Abschriftstellerin Helene Hegemann fragt die Badische Zeitung: "Wie kommt man dem Ideenklau auf die Spur?" Sie gibt sogar Antworten in Form von Webseiten und Softwarelösungen zum Aufspüren von Textplagiaten.
März 2010
"Kaum einer kann es, aber alle müssen es: Wenn deutsche Politiker Reden halten, macht sich meist Langeweile breit. Dabei gibt es mit Altbundespräsident Richard von Weizsäcker ein leuchtendes Vorbild für ebenso mitreißende wie auch tiefgründige Vorträge." Spiegel Online lobt hymnisch den "Polit-Rhetoriker".
Februar 2010
Spiegel Online rezensiert den Ratgeber einer US-Autorin, die eine erstaunliche Aussage wagt: "PowerPoint-Präsentationen müssen nicht langweilig sein."
23. Januar 2010
Januar 2010
Ratschläge zum richtigen Umgang mit dem "Führungswerkzeug Sprache" hält die Seite managerseminare.de (kostenpflichtig) bereit – mit Tipps "hochkarätiger Experten" sowie Kurzrezensionen hilfreicher Fachbücher.
"Manchmal muss eine perfekte Rede innerhalb von zwei Tagen getextet sein." Die Bundesagentur für Arbeit beschreibt realistisch den Alltag einer Ghostwriterin.
Dem wissenschaftlichen Ghostwriting und den damit zusammenhängenden juristischen Fragen widmet sich die Frankfurter Rundschau.
"Gesucht: ein neuer Willy Brandt." Dessen ehemaliger Schreiber Albrecht Müller erinnert sich bei FAZ.net der besseren Zeiten, als die politische Rede noch Gewicht hatte.
Dezember 2009
Eine gute Nachricht: "Ghostwriter-Vereinbarung nicht immer sittenwidrig" überschreibt die Anwaltskanzlei Hild & Kollegen ihren ausführlichen Kommentar zu einem einschlägigen Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main.
Den seltenen Anlass, dass Ghostwriting auf einer Theaterbühne thematisiert wird, kommentiert die Kölnische Rundschau. Es handelt sich um die Komödie "Roses Geheimnis" des US-amerikanischen Autors Neil Simon.
Der Schweizer Abiturient Tobias Käppeli wollte wissen, wie sich die Rhetorik der Bundes- von jener der Kantonsparlamentarier unterscheidet – und präsentiert der Neuen Schwyzer Zeitung zufolge "erstaunliche Resultate" (die allerdings nur in einer Kurzfassung frei zugänglich sind).
Die Wiener Presse greift noch einmal den in der New York Times erneut publizierten Vorwurf auf, "der deutsche Philosoph Martin Heidegger habe möglicherweise als Ghostwriter für Hitler Reden geschrieben", wie der französische Philosoph Emmanuel Faye im Buch "Heidegger, l'introduction du nazisme dans la philosophie" behauptete.
Warum Leser keine Anglizismen mögen? Vielleicht weil Umfragen zufolge 60 Prozent der Deutschen kein Englisch sprechen. Die Welt-Kolumne "Wortgefecht" behandelt den immer jungen Streit um Sprachimporte aus dem angelsächsischen Raum. Noch ausführlicher dazu der Spiegel in einer nun online zu lesenden Titelgeschichte aus dem Jahr von 2006 unter der Überschrift "Deutsch for sale", die so eingeleitet wird: "Die deutsche Sprache wird so schlampig gesprochen und geschrieben wie wohl nie zuvor. Auffälligstes Symptom der dramatischen Verlotterung ist die Mode, fast alles angelsächsisch "aufzupeppen"."